Trilaterales Projekt

Hearts of Flesh

Eine interdisziplinäre Studie von Dynamiken zwischenparteilicher Versöhnung mit Schwerpunkt  auf den Israel-Palästina-Konflikt

Allgemeine  Informationen

Niemand muss von der Komplexität und der Verhärtung des Konfliktes zwischen Israelis und Palästinensern überzeugt werden. Die düstere Geschichte der Region – von Gewalt, gebrochenen Versprechen, Ungerechtigkeiten, u. dgl. m. – könnte leicht zum Pessimismus hinsichtlich der Möglichkeiten für Versöhnung verleiten.
Hinsichtlich Konfliktbewältigung, würde es schwer fallen, einen hartnäckigeren Konflikt zu benennen oder einen, der noch mehr von verhandlungsvermeidenden Taktiken erschwert wird. Trotz der allgemeinen Sehnsucht, die Gewalt zu beenden und sich in Richtung stabiler und gerechter politischer Strukturen zu bewegen, wird dieser Fortschritt von kollektiven Empfindungen von Schmerz, Misstrauen und dem Wunsch nach Rache behindert. Tiefe Unsicherheit und Ressentiments durchdringen die individuellen Psychen der Region auf kognitiver und emotionaler Ebene.
Es kann viel dabei gewonnen werden, indem diese Phänomene als Gruppenphänomene wahrgenommen werden. Gruppenmitglieder teilen eine „kollektive Absichtlichkeit“ hinsichtlich gemeinsamer Werte, geschichtlicher Erzählungen und Ziele. Diese soziale Realität ist das Thema von Sozialpsychologen und Politikwissenschaftlern, und es ist zutiefst beeinflusst von religiösen Überzeugungen.

Das Projekt möchte auf diesen Ebenen den Diskurs zwischen beiden Parteien fördern:

  • zunächst soll durch die Zusammenarbeit der „cross-conflict“ Partnerschaften deren Miteinander auf kultureller und intellektueller Ebene gefördert werden
  • sodann sollen Projekte ins Leben gerufen werden, welche Opfern des Konflikts eine direkte Hilfe sind
  • schließlich soll es um eine internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit gehen, die lebenswichtig ist, um die komplexen Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern möglichst entschieden zu beleuchten und Lösungsansätze aus mehreren Richtungen in Betracht zu ziehen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Disziplinen der Psychologie, Politikwissenschaften, Theologie und Geschichtswissenschaften.

» Prof. Dr. Martin Leiner (Lehrstuhl für Systematische Theologie/Ethik in Jena, Deutschland) beschäftigt sich seit Jahren mit Themen wie Versöhnung, Konfliktbewältigung und deren Ursachen sowie Folgen. Der DFG-Antrag für das trilaterale Projekt wurde von ihm ins Leben gerufen, unter engagierter Mitarbeit von » Dr. Martin O’Malley, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ethikzentrum in Jena und künftiger Koordinator des Projektes auf deutscher Seite. Jena wird dabei als Knotenpunkt des Projektes agieren und eine vermittelnde Rolle spielen.

» Prof. Dr. Arie Nadler (Lehrstuhl für Sozialpsychologie in Tel Aviv, Israel) wird dabei als israelischer Partner das Projekt koordinieren und durch sein psychologisches know-how bereichern. Empirische Untersuchungen werden dabei eine Hauptrolle spielen. Er wird u. a. untersuchen, welche Bedingungen für Verbesserung oder Verschlechterung des Verständnisses von Gruppen mit asymmetrischen Verhältnissen bestehen.

Unser Partner auf palästinensischer Seite wird hier, aufgrund des derzeit bestehenden Boykotts und daraus entstehenden Schwierigkeiten, nicht genannt. Für sie/ihn werden pädagogische Themen und der zwischenparteiliche Dialog von Bedeutung sein.

Eine daraus resultierende Summer School zum Mittleren Osten ist voraussichtlich für den Sommer 2012 vorgesehen. Desweitern sind Tagungen in Deutschland und Israel geplant, um eine weitere Diskussionsebene zwischen den agierenden Gruppen zu schaffen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden anschließend in der bereits bestehenden Bücherreihe publiziert.

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